Herr Reeh, wie gehen Sie an die Einführung neuer Serien heran?
Mirko Reeh: Prinzipiell ist es so, dass unsere Kunden einen besonders hohen Qualitätsanspruch haben, der meistens aus der Nutzung von Vorgängerprodukten hervorgeht. Das heißt, wir müssen im ersten Schritt darauf achten, dass wir unsere eigenen Produktstandards aufrechterhalten und ausschließlich Messer aus hochwertigem Stahl entwickeln, die besonders scharf sind und gut nachgeschliffen werden können. Hinzu kommt dann natürlich das Profil des Messers, sprich, was das Messer kann und wozu es eingesetzt werden soll. Und da agieren wir immer ganz getreu meinem Motto: Es gibt immer noch ein Messer, das darauf wartet, entworfen zu werden. Nicht zuletzt spielt natürlich auch die Optik eine wichtige Rolle, denn das ist das, was unsere Kunden in der Regel als erstes wahrnehmen. Hier versuchen wir natürlich, unser Portfolio stückweise durch Neuheiten zu erweitern und eine gute Balance zwischen japanischer Tradition und technisch-modernem Design zu halten.

Woher wissen Sie, dass ein Messer oder eine Serie ins hochwertige Chroma-Portfolio passt?

Mirko Reeh: Das sehe ich tatsächlich selbst in meiner Kochschule, denn dort teste ich mit meinen Schülern jedes einzelne Messer mehrfach, bevor es in die Fertigung geht. Hier erkenne ich außerdem immer wieder, an welchen Stellen es noch Bedarf gibt. Ein Beispiel: Ich habe in meiner Kochschule beobachtet, dass vielen Schülern das Hacken von Kräutern oder kleinem Gemüse schwerfällt. Daher habe ich für genau diesen Vorgang ein neues Messer entwickelt, den Thai-Chopper. Er ist ergonomisch so angefertigt, dass die runde und extrem scharfe Klinge ganz leicht und ohne Druck nach vorne geschoben werden kann – und so ist das kraftaufwendige Hacken schnell passé. Hier bekomme ich auch immer direkt Feedback, und ich freue mich, wenn unseren Schülern die Arbeiten plötzlich ganz leicht fallen. Das ist dann meist der Punkt, an dem ich weiß, dass das Produkt auch bei unseren Endkunden prima ankommen wird.

Wenn Sie eine Idee für ein neues Messer haben, welche Schritte gibt es dann bis zur Produkteinführung?
Mirko Reeh: Im allerersten Schritt werden Muster zu meinen Ideen angefertigt, die nicht nur Optik und Form widerspiegeln, sondern natürlich auch entsprechend geschärft und geschliffen werden. Anhand des Musters kann ich dann beurteilen, ob der Härtegrad des Stahls passt und ob die Größe und Schärfe der Klinge mit der Haptik des Griffs in Einklang stehen. Ich tes­te ein Messer wirklich so lange in meiner Kochschule, bis es zu eintausend Prozent ausgereift ist – und das kann schon mal dauern. Von unserem Parmesan-Messer P-45 wurden 13 verschiedene Muster entwickelt, bis wir das perfekte Werkzeug zum Brechen und Schneiden des Hartkäses kreiert hatten, die Absprachen mit der Fabrik dauerten ein ganzes Jahr. Wenn das Muster dann wirklich vollständig ausgereift ist, geht es in die Produktion. Zum Schluss bestimmen wir noch, wohin das Branding unseres Logos kommt, wie das Packaging des Messers aussehen soll, welche Nummer in der jeweiligen Serie das Messer bekommt und welche IAN, also Modellnummer unserer Produkte, es haben soll. Diese letzten Schritte sind aber meist eine relativ schnelle Nummer, und unsere Messer finden sich schon kurze Zeit später in den Stores unserer Händler und auf unserer Website.

Woher wissen Sie, dass Ihre Produkte auch wirklich gut beim Kunden ankommen?
Mirko Reeh: Das ist der große Unterschied zwischen mir und anderen Messerspezialisten – ich bin Koch, kein Ingenieur. Ich kreiere ausschließlich Produkte, die uns Köchen aus der Seele sprechen. Ich stehe im ständigen Austausch mit Kollegen, die mir Feedback zu unseren Produkten geben. Und nicht nur das, ich bekomme beispielsweise auch Rückmeldung zur Verpackung unserer Messer, die ich dann so optimieren kann, dass Profiköche sie noch besser in ihren Restaurants lagern können. Man sieht, ich bin sehr hinterher, unsere Produkte ständig zu optimieren und Feedback von allen Seiten einzuholen, so dass unsere Messer maximal gut beim Kunden ankommen. Denn wenn sie das nicht tun, trage ich als Inhaber natürlich auch das gesamte wirtschaftliche Risiko.

Gibt es denn auch Produkte, von denen Sie grundsätzlich die Finger lassen? Und wenn ja, warum?
Mirko Reeh: Wie heißt es so schön, Schus­ter, bleib bei Deinen Leisten. Mein gesamtes Leben dreht sich ums Kochen, und daher werde ich in Zukunft auch keine Produkte entwickeln, die davon abweichen. Mit Chroma Messer Deutschland habe ich etwas gefunden, das von meinem Beruf als Koch und von meinem ständigen Austausch mit anderen Köchen profitiert.

Herr Reeh, zum Schluss noch ein kurzer Rückblick: Was ist für Sie persönlich die erfolgversprechendste Einführung, seit Sie Inhaber sind?
Mirko Reeh: Seit ich Inhaber bin, habe ich vor allem die Strukturen des Vertriebs und der internen Organisation verändert. Ich habe wirklich alles hinterfragt und auf den Kopf gestellt, um Chroma Messer Deutschland noch effizienter zu machen. Ich möchte, dass unsere Kunden bei uns eine direkte Basis haben, und dazu müssen wir die Organisation so klein wie möglich halten. Leider gehörte dazu auch, sich von einigen Händlern zu verabschieden, die unsere Philosophie nicht mittragen wollten. Denn ein Händler ist eben eine besonders wichtige Schnittstelle zwischen unseren Produkten und unseren Kunden, und wenn das nicht funktioniert, dann verkaufen sich unsere Messer nicht. Diese strukturelle Veränderung ist sicherlich einer der größten Meilensteine, den ich seit meiner Inhaberschaft umgesetzt habe.

Zu den Produkten selbst kann ich sagen, dass mein Vorgänger Chris­tian Romanowski einen Weg geebnet hat, der seinesgleichen sucht. An diesem Weg gibt es nichts auszusetzen, und aus dem Grund habe ich daran auch keinerlei Veränderungen vorgenommen. Was ich allerdings gemacht habe, und auch in Zukunft machen werde, ist, die Produkte weiterzuentwickeln. So will ich unser Portfolio stückweise erweitern und unseren Kunden immer wieder neue Produkte bieten, die ihnen bestimmte Arbeitsweisen in der Küche erleichtern.

Weitere Informationen unter www.chroma-messer.de

www.gourmet-connection.de