Da ist es ratsam, seinen eigenen Stromverbrauch im Haushalt auf den Prüfstand zu stellen und nicht erst bis zur nächsten Stromrechnung zu warten. Nicht unterschätzt werden sollten Geräte der Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik, die auch im Homeoffice vermehrt genutzt werden. Sie haben mittlerweile einen großen Anteil am Stromverbrauch in privaten Haushalten: 17 Prozent gehen durchschnittlich auf ihr Konto, die Beleuchtung liegt dagegen nur bei sieben Prozent[1], dank Energiesparlampen und LED‘s. Oft sind es veraltete Elektrogeräte, die die Stromkosten im Einzelfall in die Höhe treiben. Die Überprüfung des Energieverbrauchs kann mit einem Strommessgerät erfolgen. Es wird wie ein Verlängerungskabel zwischen das zu testende Gerät und die Steckdose gesteckt und zeigt auf dem Display den Stromverbrauch für den Messzeitraum an, meist auch Verbrauch und Kosten pro Jahr.

Manche Geräte zeichnen auch Verläufe auf, die über mitgelieferte PC-Software bzw. Apps ausgewertet werden können. Häufig muss nicht einmal ein Strommessgerät gekauft werden. Viele Energieversorger verleihen diese an ihre Kunden. Als zusätzlicher Service können Messtabellen mit Vergleichswerten aktueller Geräte auf der HEA-Homepage heruntergeladen werden (https://www.hea.de/projekte/hea-tabellen-strommessgeraete). Kontinuierlich überwachen und optimieren lässt sich der Stromverbrauch mit Energiemanagement-Lösungen in einem „Smart Home“. Smart Meter bzw. Zusatzgeräte am elektronischen Stromzähler oder im Verteilerkasten erfassen den Stromverbrauch. Dieser wird über Algorithmen ausgewertet, die aus den Zeitverläufen eine Zuordnung zu Kühlgeräten, Waschmaschinen, Beleuchtung etc. vornehmen können. „So hat man den Stromverbrauch im ganzen Haus oder in einer Wohnung im Blick“, betont Dr. Jan Witt, Geschäftsführer der HEA-Fachgemeinschaft, Berlin, „Anwendungen mit besonders hohen Verbräuchen lassen sich einfach aufspüren.“ Nicht benutzte Monitore, Drucker, Ladegeräte und sonstige Geräte ausschalten, ausstecken, bzw. mit einer ausschaltbaren Steckdosenleiste vom Stromnetz trennen.

Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern lohnt es sich immer auf eine volle Beladung zu achten und bevorzugt das ECO-Programm zu nutzen. Dieses hat eine längere Laufzeit, reduziert den Energieverbrauch der Geräte aber deutlich. Bei Kältegeräten spart die richtige Aufstellung Energie. Je kühler der Standort, desto geringer der Stromverbrauch: Eine Verringerung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt den Stromverbrauch bei Kühlgeräten um etwa sechs Prozent, bei Gefriergeräten um drei Prozent. Ist der Verbrauch selbst bei effizienter Nutzung hoch, lohnt sich die Investition in ein neues Gerät. Besonders bei einem Wäschetrockner macht sich dies schnell bezahlt. Mit einem effizienten Neugerät mit Wärmepumpe lassen sich leicht bis zu 70 Prozent Strom sparen. Bei einem Neukauf sollten Verbraucher auf das Energielabel achten.

Neben dem Energieverbrauch informiert dieses auch über relevante Produkteigenschaften wie Lautstärke oder Nutzinhalt. Beim Kauf sind Geräte mit der besten Energieeffizienzklasse die erste Wahl, dies ist momentan meist A+++. Zukünftig werden die Plus-Klassen nach und nach verschwinden. Bereits ab März 2021 gilt für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Waschtrockner, Fernseher und Monitore ein neues Energielabel mit den Klassen A bis G, für elektrischen Lampen ab September 2021.

Weitere Energietipps gibt es auf:
www.hea.de/corona/tipps
www.ganz-einfach-energiesparen.de
www.energietipps.hea.de
www.hausgeraete-plus.de

[1] Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Stand 2/2020