Zu Recht, Verbrennungen und Verbrühungen sind die zweithäufigste Unfallursache in Haushalten mit Kleinkindern. Besonders in der Küche. Denn sprudelndes Wasser, leckere Gerüche und heißer Dampf wecken die kindliche Neugier. Schnell sind Töpfe und Pfannen „heruntergezogen“ und das mit schlimmen Folgen. Größere Kinder kann man aufklären, aber selbst dann bleibt eine Restgefahr. Kleine Kinder sind sich keiner Gefahr bewusst. Also gilt es, Griffe von Töpfen und Pfannen Richtung Wand zu drehen und möglichst die hinteren Kochfelder zu nutzen. Aber es gibt technische Möglichkeiten, die Gefahren weiter zu minimieren.

Eine kostengünstige Methode sind die so genannten Herdschutzgitter – in verschiedenen Farben, Formen, Maßen und Designs erhältlich schützen sie Kinder davor auf heiße Herdplatten zu greifen oder Töpfe herunterzuziehen. So genannte Herdschutzknöpfe schützen den Herd vor spielenden Kinderhänden. Der Sicherheits-Mechanismus verhindert, das versehentliche Einschalten von Herd oder Backofen. Aber was, wenn im abendlichen Kochgeschehen mit tobenden Kindern vergessen wird, den Herd aus zu machen? Eine Ablenkung kann rasch gefährlich werden, wenn der Herd nach dem Kochen eingeschaltet bleibt oder der Topflappen durch Unachtsamkeit auf den Herdplatten abgelegt wird. Laut Statistik ist der Herd mit rund 125.000 Schadensfällen pro Jahr Brandursache Nummer eins in deutschen Haushalten. Die Mehrheit dieser Brände entsteht nicht – wie vielleicht angenommen – beim Kochen, sondern durch versehentlich eingeschaltete oder angelassene Geräte – auch durch Kinderhände. Hier kommen die so genannten „Herdwächter“ zum Einsatz. Intelligente Technik, die aus zwei Komponenten besteht: einem Herdsensor und einer Steuereinheit (Herdwächter hager). Der batteriebetriebene Sensor wird über dem Herd an der Wand oder am Dunstabzug befestigt. Aus seiner Position heraus beobachtet er den Herd: Er misst Zeit und Wärme, registriert die Kochbewegungen und gleicht diese Daten laufend ab. Durch seine Intelligenz kann er normale Kochsituationen von gefährlichen Situationen unterscheiden. Erkennt der Herdwächter einen kritischen Zustand, meldet er dies durch einen akustischen Voralarm. Wird dieser nicht innerhalb von 15 Sekunden ausgeschaltet, weil man sich gar nicht mehr in der Wohnung aufhält oder mit den Kindern spielt, unterbricht die Steuereinheit die Stromzufuhr, der Herd kühlt ab.
Oft ärgerlich, aber im Kinderhaushalt absolut sinnvoll, Küchengerät mit eingebauter Kindersicherung. Fast jeder hat sich schon einmal über die versehentliche Aktivierung der Kindersicherung beim Putzen des Kochfeldes geärgert, aber an der komplizierten Deaktivierung wird klar, dass sie funktioniert. Wer gerade eine neue Küche plant und Kinder hat oder möchte, sollte beim Kauf seiner Küchengeräte auf weitere Details achten, wie die Mehrfach-Verglasung von Backofentüren. Diese schützt dank minimaler Türtemperatur, falls kleine Kinderhände von dem Licht und dem Duft daraus angelockt werden. Auch eine Restwärmeanzeige als Warnung für Eltern oder größere Kinder ist durchaus sinnvoll. Die automatische Verriegelung während der Selbstreinigung ist inzwischen zwar Pflicht, man sollte aber trotzdem bei dem Modell auf diese technische Info achten. Bestehende Modelle, ohne diese Funktion sollten mit Abdeckplatten für Backofenfenster nachgerüstet werden, vor allem dann, wenn sich das Backofenfenster in Griffhöhe der Kinder befindet. Ein höherer Einbau, so dass die Geräte erst im späten Kinderalter erreicht werden können, bietet zusätzlichen Schutz. Möchte man ein Herd mit klassischen Drehknöpfen, sollte man darauf achten, dass diese auf der Oberseite montiert sind und damit erst im späteren Kindesalter erreichbar.

Die Thematik Feuer ist damit aber noch nicht gebannt, denn Feuerzeuge und Streichhölzer finden sich zumeist im Koch- und Essbereich und gehören zu den Dingen, die in Kinderhand enormen Schaden anrichten können. Deshalb sind zuverlässige Rauchwarnmelder, die Rauch oder einen Temperaturanstieg wahrnehmen, auch in der (Wohn-) Küche entscheidend. Sie geben rechtzeitig Alarm, bevor sich ein möglicher Brand ausweitet.
Verbrennungen sind nicht nur auf den Herd begrenzt. Heißes oder kochendes Wasser aus dem Wasserhahn oder Wasserkocher ist nicht weniger gefährlich. Umfallende Wasserkocher verursachen jährlich Hunderte von Unfällen, an denen oft kleine Kinder beteiligt sind. Kindersichere Armaturen sind heute serienmäßig mit einer Temperaturbegrenzung versehen. Dank einstellbarer Sicherheitssperre schließt die Wassertemperatur Verbrühungen aus. Die neuesten Trend-Armaturen mit innovativer Technologie für kochend heißes Wasser aus dem Hahn erfüllen nicht nur unseren Anspruch an maximalen Komfort, sondern bieten auch Schutz für die Kleinen. Die neuen Armaturen lassen bis zu 100 Grad heißes, gefiltertes Wasser aus dem Hahn. Der eingebaute Strahlregler von Grohe garantiert zum Beispiel einen konstanten, kochenden Wasserstrahl ohne gefährliche Spritzer. Nimmt man die Hand von der Taste, stoppt der Wasserfluss sofort und auch die Armatur selbst kann bedenkenlos berührt werden. Damit das auf 100°C erhitzte Wasser fließen kann, muss die Kindersicherungstaste eine Sekunde lang gedrückt gehalten werden. Dank der zusätzlichen Cut-off-Funktion wird der Wasserfluss sofort gestoppt, sobald der Finger vom Knopf genommen wird. Beim „Quooker“ handelt es sich zudem nicht um einen soliden Wasserstrahl, sondern hier besteht er aus Tröpfchen. So kann man die Hand zurückziehen, bevor man sich tatsächlich verbrennt. Ein weiteres Detail für mehr Sicherheit.
Eine weitere Gefahrenquelle: Steckdosen. Kleine Finger erforschen nur allzu zu gerne die Kontakte von Steckdosen oder versuchen, mit Stiften oder anderen Kleinteilen die Dose zu erforschen. Besonders viele gibt es naturgemäß in der Küche. Die Lösung für dieses Problem bieten Steckdosen mit integriertem und erhöhtem Berührungsschutz, umgangssprachlich auch „Kinderschutzsteckdose“ genannt. So ist der Nachwuchs wesentlich besser geschützt, denn die automatische Verriegelung öffnet nur bei parallelem Druck auf beide Öffnungslöcher. Bei einer normalen Steckdose ohne Kindersicherung besteht die Möglichkeit mit kleinen Metallgegenständen den stromführenden Teil zu erreichen. Bei einer gesicherten Steckdose müssen beide Kontakte gleichzeitig nach Innen gedrückt werden – für ein Kleinkind praktisch unmöglich. Bei Neubau sollte man darauf achten Schutzkontaktsteckdosen, kurz SCHUKO® Steckdose mit bereits fest integrierter Kindersicherung vom Elektriker installieren zu lassen. Im Gegensatz zu nachträglich montierten Einsätzen besteht die Produktgarantie des VDE-Prüfzeichens. Der Berührungsschutz ist fest mit der Steckdose verbunden und kann nicht fahrlässig entfernt werden. Die Steckdose ist problemlos nutzbar, ohne dass das Design beeinträchtigt wird. Im Bestandsbau empfiehlt sich der nachträgliche Einbau einer Kindersicherung für die Steckdosen. Diese können von jedem Laien montiert werden.

Eine einfache Variante, ideal auch zum Nachrüsten in der Küche, Zwischenstecker für Wasserkocher, Kaffeemaschine, Küchengeräte & Co. Der integrierte Plastikeinsatz fungiert auch hier als physische Kindersicherung. Der Stecker kann manuell oder per App ein– oder ausgeschalten werden. Zudem wird der Stromkontakt beim Ausschalten komplett unterbrochen, es wird also auch kein unnötiger Standby-Strom verbraucht. Die neuesten Modelle messen auch den Energieverbrauch im On-Modus und können bei einigen Anbietern mit kompatiblen Elektrogeräten vernetzt werden. Dass Geräte wie Wasserkocher, Toaster, Mixer etc. möglichst weit hinten platziert oder ganz weggeräumt werden sollten, wenn Kleinkinder im Haushalt leben, versteht sich von selbst.

Eine Möglichkeit, Küche und Kinder immer im Auge zu behalten bietet neueste Kameratechnik, wie eine 360 Grad Innenkamera – entweder als systemunabhängige Lösung oder eingebunden in ein Haustechniksystem. Kameras dieser Art erfassen alle Ereignisse in einem Winkel von 360 Grad und wenden sich automatisch Bewegungen zu oder werden manuell per App gesteuert. So können Eltern jederzeit Zugriff auf die erstellten Kamerabilder nehmen oder live dabei sein. Im Fall eines eingebauten Mikrofons und Lautsprechers kann die Kamera sogar als Gegensprechanlage genutzt werden. Im Idealfall werden bei vorprogrammierten Alarmsituationen Nachrichten an dann angeschlossene Smartphones oder andere Medien gesendet und können sofort live überprüft werden – egal ob eine Verletzung oder sonstige Gefahr besteht.