Das Prinzip ist einfach: Zum Heizen wird der Umgebungsluft oder dem Erdreich Wärme entzogen, ein Kompressor im Inneren der Wärmepumpe erhöht die Temperatur auf die Wunschtemperatur und gibt diese an Fußbodenheizung, Heizkörper oder dem Warmwasserspeicher ab. Mit dem Eisspeicher wird eine weitere Quelle zur Wärmegewinnung genutzt.

Dabei handelt es sich um eine Zisterne mit eingebauten Wärmetauschern, die im Garten vergraben und mit Leitungswasser gefüllt wird. Das Prinzip ist alt, die Technik neu: Mit dem Eisspeicher wird zum einen Wärme aus der Umgebungsluft, der Sonneneinstrahlung und dem Erdreich in das System eingebunden, zum anderen dient er als Wärmespeicher, wenn die Wärmepumpe diese Energiequellen aktuell nicht nutzt. Zusätzlich zur Wärmepumpe werden spezielle Kollektoren auf dem Dach angebracht. Diese nehmen die Wärme der Umluft sowie der Sonne auf und speichern diese Energie direkt im „Eisspeicher“. Diesen Namen trägt er deshalb, weil er auch dann noch Wärme liefert, wenn sein Wasserinhalt bereits gefriert. In den wärmeren Monaten fungiert er als normaler Pufferspeicher und Wärmequelle für die Wärmepumpe. Während Schlechtwetterperioden und der Übergangszeit entzieht die Wärmepumpe der Zisterne die benötigte Energie zum Heizen und zur Warmwasserbereitung. Dabei kann sie dem Speicher so viel Wärme entziehen, dass das Wasser in der Zisterne vereist. Im Sommer kann der Eisspeicher zur Kühlung des Gebäudes genutzt werden. Dank dieser Kombination sehen Experten Eisspeicher für bestimmte Gebäude als relevantes Heiz- und Kühlsystem der Zukunft. Der Anschaffungspreis ohne Klimatisierungsnutzen liegt bei etwa 10.000 Euro über dem einer reinen Luft-Wärmepumpe. Die Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit liegen weit über den Ergebnissen einer Luft-Wärmepumpe. Die zusätzlichen Investitionskosten sollten sich nach etwa 10 Jahren amortisieren; angesichts der kommenden Strompreisentwicklung wahrscheinlich schneller. Im ersten Jahr liegt der Jahresverbrauch an konventionell bezogenem Strom für Heizung und Warmwasser eines 2-Personen-Eigenheims bei etwa 4.000 kWh. In Zahlen ausgedrückt spart ein typisches Einfamilienhaus im Vergleich etwa 50 Prozent der Heizenergie bei nahezu gleich bleibender Jahresarbeitszahl. Je länger die Heizperiode dauert und je schneller die Außentemperaturen fallen, desto mehr wird gespart. Bezieht man nun die Klimatisierung in diese Rechnung mit ein, wird der Einsatz des Eisspeichers wesentlich interessanter, aber auch komplexer. Was im ersten Moment schwer vorstellbar ist, wurde bereits vielen kleinen wie großen Anlagen realisiert. Der Ablauf ist immer ähnlich: Die Betonzisterne wird mit einem LKW angeliefert, mit einem Autokran in die bereits ausgehobene und mit Leitungen zum Gebäude versehene Baugrube gehoben. Innerhalb weniger Stunden „verschwindet“ die klassische EFH-Betonzisterne mit einem Durchmesser von 3,20 Meter und einer Höhe von 3,30 Meter im Garten-Grundstück. Ein Temperaturfühler im Zentrum des Eisspeichers, liefert Daten an die Heizungssteuerung mit denen diese regelt, ob Energie gespeichert oder entzogen wird. Nachdem der Speicher in der Baugrube versenkt und die Leitungen mit den Wärmetauschern verbunden sind, wird ein Betondeckel darauf gesetzt und verschraubt.

Anschließend wird z.B. mit einem Gartenschlauch kaltes Wasser eingelassen. Dann wird etwa 15 cm Erde darauf gehoben. Fertig ist die Grob-Installation des Eisspeichers.