Wer lebt schon gern zusammen mit Wollmäusen unterm Sofa, sorgt sich um Allergiker unter den Seinen und um krabbelnde Kleinkinder. Sprich: Eine regelmäßige Bodenpflege ist für ein Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden unabdingbar. Der Saubermänner gibt es viele, doch welcher Staubsauger eignet sich für den heimischen Haushalt und das eigene Budget – mit oder ohne Beutel oder sogar ein kleiner Roboter.

Bislang gilt neben Lautstärke, Effizienz und Filter vor allem die Leistung als wichtigstes Kaufkriterium. Damit macht die Ökodesign-Richtlinie Schluss. Sie lässt vom 1. September 2017  ab nur noch Staubsauger mit maximal 900 Watt in den Handel. Mit dieser  Verordnung will die EU-Kommission den Energieverbrauch senken.

Konstruktion bestimmt die Saugleistung

Die Hersteller haben längst reagiert, entwickeln schon seit Jahren an neuen, effizienteren Saugern. Denn schließlich macht hier nicht die Wattstärke, sondern die Konstruktion die Musik. Sind Gerät und Düse optimal aufeinander abgestimmt, garantiert das eine perfekte Saugleistung.

Das Zyklonverfahren macht es den traditionellen Heinzelmännern in Sachen Energiesparen vor. Hier wird der Staub erst aufgewirbelt und dann angesaugt. Die beutellosen Sauger kommen schon lange mit weniger Watt aus. Ihr Plus: Sie gelten als leicht und wendig. Ihr Manko: Das Leeren des Staubbehälters ist eine schmutzige Angelegenheit. Doch auch daran arbeitet die Industrie. Einige beutellose Geräte lassen sich bereits mit nur einem Fingerdruck entleeren.

Saubere Luft, weniger Lärm

Und so können Hausfrauen und -männer wie die Hersteller den Mindestanforderungen der EU-Richtlinie gelassen entgegen sehen. Diese bestimmen, wie viel Staub ein Gerät mindestens schlucken muss, sowie Kriterien zur Filterung der ausgeblasenen Luft, Haltbarkeit von Schlauch und Motor.

Positiver Nebeneffekt: Mit weniger Power sinkt auch der Putzlärm. Im September wird die Lautstärke auf höchstens 80 Dezibel beschränkt. Transparent macht das dem Verbraucher neuerdings das Energielabel, bekannt bereits von Kühlschrank und Co. Das muss künftig jeden Sauger im Laden zieren.

Saugroboter zur Unterstützung

Noch von der EU-Verordnung ausgenommen: Saugroboter. Ihr Ruf gilt eher als zweifelhaft, werden sie doch noch häufig als technische Spielerei abgetan. Tatsächlich aber sollte man sie auf ihre Funktion reduzieren – als Ergänzung zum herkömmlichen Sauger: Wer eine permanente Grundsauberkeit im Haus möchte, kann sich prima von den automatischen Staubfressern unterstützen lassen.

Eine penible Reinigung jedoch erfolgt nur über Muskelkraft. Am wirksamsten arbeiten die kleinen Helfer auf Parkett, Fliesen, Laminat und kurzfloriger Auslegware. Schwere Teppiche und Ecken mögen die putzigen Kerlchen nicht so sehr. Zwischen 200 und 800 Euro kostet die akkubetriebene Putzhilfe. Und der Preis bestimmt auch Ausstattung und Qualität.

Mit mehreren Infrarotsensoren und sogar Kameras ausgerüstet, umfahren die Roboter mühelos Hindernisse wie Stuhlbeine oder Kinderspielzeug, erklimmen Teppichkanten und erkennen den Untergrund, den sie just reinigen sollen. Basismodelle mit nur einem Sensor stoßen hingegen schnell an ihre Grenzen.

Energielabel hilft beim Staubsaugerkauf

Der schon von anderen Elektrogeräten bekannte Farbbalken kennzeichnet jetzt auch die Energieeffizienzklasse von Staubsaugern. Sie reicht von A bis G, wobei erstere die sparsamste ist. Zudem lässt sich der Standard-Jahresverbrauch des Gerätes in Kilowattstunden ablesen. Dieser errechnet sich aus 50 Reinigungsgängen in einem Musterhaushalt mit 87 Quadratmetern Wohnfläche.

Ebenfalls von A bis G dokumentiert das Label die Staubemissionsklasse (wie viel Staub bläst das Gerät beim Saugen wieder aus) sowie die Reinigungsleistung auf Teppich- und auf Hartboden. Die Lautstärke des Staubsaugers gibt der Schallleistungspegel in Dezibel (dB) an.

Ein Artikel von Tanja Müller