Das Who ist Who der Designgeschichte ist auf ihren Websites vertreten. Sie bieten Bauhausklassiker für kleines Geld. Doch die Designermöbel sind abgekupfert, zumeist in mäßiger Qualität. Nur ahnt der Käufer häufig nichts und erlebt erst nach einiger Zeit böse Überraschungen – wenn er mit dem edlen Stuhl zusammenkracht oder der nachgekaufte Leuchtenschirm das Plagiat entlarvt, weil er zu groß ist.

Andere Länder, anderes Recht

Das Geschäft mit Fälschungen boomt im Internet, dem scheinbar rechts-freiem Raum. Dabei ist die Gesetzeslage in Deutschland klar: Wer Designklassiker ohne Lizenz herstellt, verstößt gegen das Urheberrecht. Der Verkauf von Plagiaten ist hierzulande verboten. In Italien und Großbritannien hingegen blüht der Handel. Dort gilt anderes Recht.

Ein Blick ins Impressum der Website verrät schnell, ob es sich um einen deutschen Händler dreht. Sitzt der Anbieter im Ausland und verkauft Neuware deutlich billiger als die Preisempfehlung des Herstellers, handelt es sich bei dieser mit sicherer Wahrscheinlichkeit um eine Fälschung. Über den tatsächlichen Verkaufspreis informieren sich Interessenten am besten direkt beim Label des gewünschten Möbels.

Auf akkurate Herstellung achten

Schlechte Verarbeitung gilt als bestes Indiz für Kopien. Das Holz muss passgenau und sauber verleimt oder verkeilt sein, die Verchromung gleichmäßig. Im Metall sind die Löcher gebohrt statt gestanzt. Einbuchtungen entlarven also schnell das Plagiat. Bei den Bezugsstoffen decken unsaubere Nähte oder gar Fransen den Schwindel auf.

Möbel mit den Originalen vergleichen

Häufig stimmen die Proportionen der Fälschungen nicht mit denen ihrer Vorbilder überein. Das lässt sich fix mit den korrekten Maßen vergleichen, die in den Katalogen oder auf den Internetseiten der Lizenzhersteller zu finden sind. In etlichen Designklassikern steckt noch viel Handarbeit. Das lässt sich mit Maschinen nicht bewerkstelligen. Qualitativ stehen die Plagiate ihren Vorbildern zumeist weit zurück. Hersteller von Originalmöbeln bieten sehr lange Garantieleistungen, einige sogar 30 Jahre.

Designklassiker – zeitlos schöne Geldanlage

Originale tragen häufig einen Kontrollstempel, eine Signatur oder eine Produktionsnummer. Ein Designerstück ist nicht nur geistiges Eigentum des Gestalters, sondern auch ein Kulturgut und nicht zuletzt eine Geldanlage. Originale von Le Corbusier, Mies von der Rohe, Arne Jacobsen und Co. verzeichnen Wertsteigerungen von bis zu drei Prozent im Jahr. Wer einen Klassiker kauft, der will eben etwas, das ewig hält und der nächsten Generation weitervererbt werden kann.

Ein Artikel von Tanja Müller